10. Januar 2012
Zürich-Vorbahnhof, 10.01.2012. Für den Neubau der Letzigrabenbrücke im Abschnitt 1 der Durchmesserlinie ist ein obenliegendes Vorschubgerüst installiert worden. Dieses Spezialgerüst ermöglicht es den Oberbau der Brücke zu erstellen, ohne dass Zwischenabstützungen im Gleisfeld notwendig sind. Das ganze Stahlgerüst wurde in Einzelteilen aus dem Wallis angeliefert und vor Ort zusammengebaut. Beide Hauptträger sind bereits für den Bau der Rhonebrücke bei Raron verwendet worden. Die restlichen Anbauten sowie die Mechanik und Hydraulik wurden speziell für die Letzigrabenbrücke konzipiert. Die Aufbauarbeiten dauerten über vier Monate und konnten erfolgreich im November abgeschlossen werden. Zur Einweihung wurde ein Fest für alle Beteiligten organisiert, an welchem das Brückenlehrgerüst auf den Namen „Letzi“ getauft wurde. Der Taufakt wurde mit einem Feuerwerk untermalt und markierte auch den Startschuss für den anschliessenden Brückenbau, welcher direkt nach der Taufe in Angriff genommen wurde: Die Bewehrung und Vorspannung wird in den Schalelementen des Vorschubgerüstes verlegt, anschliessend folgt die Montage der Innenschalung und das Aussteifen des ganzen Schalkörpers.
Am frühen Morgen des 17. Novembers wurde mit dem Betonieren der ersten 50 m Brückenoberbaus begonnen, wozu 340 m³ Beton, eine Betonpumpe und rund 15 tatkräftige Mitarbeiter nötig waren. Es dauerte über 12 Stunden, um den Beton bis auf die Höhe der seitlichen Bankette einzubringen und die Oberfläche der Fahrbahnplatte abzutaloschieren. Die zweite Betonieretappe auf die Höhe des Konsolkopfes folgte einige Tage später. Nach dem Aushärten und dem Vorspannen des Trogquerschnittes konnte erstmals das Vorschubgerüst abgesenkt und die neue Brücke ausgeschalt werden. Mit dem Vorschub des Lehrgerüstes wurden die ersten 50 Meter der 1’200 m langen Brücke ersichtlich. Ziel ist es, künftig eine Oberbauetappe in fünf Wochen zu realisieren.
Die Locher Ingenieure AG zeichnet im Rahmen der Ingenieurgemeinschaft SLW+P für die Gesamtleitung, die Projektierung der Brücken-Rampenbauwerke und die Chefbauleitung DML Abschnitt 1 verantwortlich.