Neue Abwassergrosskanäle in Zürich - Hardhof

Objekt: Kanalneubauten und Kanalsanierungen

Bauherr: Tiefbauamt der Stadt Zürich, Entsorgung + Recycling Zürich
Termine: Planungszeitraum 2007 - 2010, Ausführung 2007 - 2010

Bausumme: Gesamtkosten ca. CHF 58 Mio.

 

Im Gebiet Hardhof durchquerte der Hauptzulaufkanal zum Klärwerk Werdhölzli, zusammen mit den zum Regenbecken auf der Werdinsel führenden Entlastungsleitungen, in Form von vier parallel geführten Ortbetonkanälen, die Grundwasserschutzzone S2 und S3 der Wasser- versorgung Zürich (WVZ). Die im Zeitraum zwischen 1921 und 1937 erstellten Mischab- wasserkanäle sowie die aus den 50er Jahren stammenden Entlastungskanäle, wurden vor den Grundwasserfassungen der WVZ erstellt und erfüllten die heutigen, gesetzlichen Auflagen zur Verhinderung von Verschmutzungen des Grundwassers nicht mehr. Da eine Kanalsanierung im Schutzzonenbereich S2 aus technischen und wirtschaftlichen Überl- egungen nicht in Frage kam resp. der Bau von neuen Kanälen im Bereich von Grundwasser- fassungen heute nicht mehr zulässig ist, wurde der Kanalneubau soweit möglich aus der Schutzzone S2 verlegt. Die im Randbereich der Grundwasserschutzzonen S2 und S3 verbleibenden Kanäle (Bereich Hardturmstrasse und Tüffenwies) wurden nach höchsten Anforderungen von innen saniert und neu beschichtet. Im Zuge dieser Arbeiten erneuerte das Tiefbauamt zudem die Kanalisation, die Wasserleitung sowie den Strassenoberbau in der Meierwiesenstrasse.

 

Das Projekt umfasste den Neubau eines doppelstöckig geführten Zweifachkanales auf einer Gesamtlänge von 850 m. Die Kanalquerschnitte der beiden Schmutzwasserkanäle (SW) mit 2 x 3.75 /1.50 m und der zwei Reinwasserkanäle (RSW) mit 2 x 3.75/1.90 m ergeben einen Gesamtkanalquerschnitt von 8.60 x 4.50 m. Die vier Ortbetonkanäle sind auf gesamthaft 50 m3/s Abflussmenge dimensioniert (SW: 17 m3/s, RSW: 33 m3/s) was ca. der halben Wassermenge der Limmat bei trockenem Sommerwetter entspricht.

 

Zudem waren umfassende Kanalsanierungen auf einer Gesamtkanallänge von über 3600 m erforderlich. Die Stilllegung resp. Umnutzung von 1900 m nicht mehr benötigten Abwasser- kanälen, die Umlegung und der Neubau von diversen Werk- und Versorgungsleitungen. sowie verschiedene Strassenbauarbeiten im ganzen Projektperimeter waren im Schatten des Kanalneubaus zu bewerkstelligen.


Leistungen:

Im Auftrag des Tiefbauamtes der Stadt Zürich (TAZ) sowie der Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) wurde das Gesamtbauwerk durch einen Totalunternehmer erstellt. Dabei werden die Ingenieurleistungen für Ausführung und Realisierung durch die INGE TU Hardhof erbracht. Die Locher Ingenieure AG waren federführend und hauptverantwortlich für Planung und Ausführung des gesamten Kanalneubaus.


Projektmerkmale und Herausforderungen:

  • Nutzungsdauer Tragkonstruktion 100 Jahre
  • Kanäle in Ortbeton mit hoher Anforderung an Dichtigkeit und Rissefreiheit
  • Abdichtungssystem "weisse Wanne"
  • Keine Dilatationsfugen aufgrund Unterhaltsminimierung
  • Wasserdichte Konstruktion trotz Verzicht auf Aussenabdichtung
  • Schutz vor Tausalzeinwirkung
  • hohe Abrieb- und Sulfatbeständigkeit der Innenbeschichtung
  • Kanalinnenbeschichtung dauerwasserbelastbar und wasserundurchlässig
  • Bauzeit 20 Monate
  • bewilligte Gesamtkosten 71 Mio. Franken
  • Bauwerkslänge 850 m, Längsgefälle von 0.063 % (6 mm auf 10 m)
  • eingebrachte Spundwandfläche:16'000 m2
  • benötigte Filterbrunnen zur Grundwasserabsenkung 52 Stück, Tiefe bis 13 m
  • verbautes Betonvolumen 12'000 m3
  • verlegte Bewehrung 2'100 to
  • ausinjizierte Arbeitsfugen-Injektionskanäle 8'500 m
  • Komplexe Bauphasen und Terminplanung mit insgesamt 8 Bauetappen und grossräumigen Verkehrsumlegungen im Autobahnhbereich der A1
  • intenisve und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten, Fachstellen sowie Ämtern und Behörden